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Leseprobe aus "Der einzig wahre Opernführer" | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Willkommen in der grausamen Welt der Oper ! Der Opernführer für Eilige | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Der Ring des Nibelungen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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von Richard Wagner ist nicht schlicht und einfach eine Oper, sondern ein "Bühnenfestspiel", zu dem der clevere und geschäftstüchtige "Tricky-Ricki" vier Opern bündelte. Da aber aller guten Dinge bekanntlich nur drei sind, erklärte der listige Meister von Bayreuth, es handle sich keineswegs um vier Abende, sondern lediglich um drei sowie deren Vorabend. An diesen vier Abenden aber ist auf der Bühne wirklich mal richtig was los, denn im Gegensatz zu anderen Komponisten, die sich mit wenigen Hauptpersonen zufrieden geben, sieht beim späten Richard Wagner die Personenliste so ähnlich aus wie das Telefonbuch einer kleinen Stadt. Im "Ring" werden vierunddreißig Personen beim Namen genannt, und da viele von ihnen Götter sind, die sich die Schuhe keinesfalls allein putzen, herrscht in diesen Opern ein Gedränge wie in Warenhäusern beim Schlußverkauf. Im Gegensatz zur Ansicht von Musikwissenschaftlern, Wagner hätte mit dem Bau seines Festspielhauses ein besonderes Zeichen setzen wollen, verdankt es die Welt gänzlich anderen Motiven. Richard Wagner wußte, dass so viele Personen auf einer normalen Bühne keinen Platz finden würden, und da seine Musik von allen die lauteste ist, sorgte er für ein Spezialdach im Festspielhaus, das sogar acht Hörner, drei Trompeten, zweiunddreißig Geigen, achtzehn Ambosse sowie eine Luftschutzsirene und der Lärm von zwölf Preßlufthämmern nicht einstürzen lassen. Verständlicherweise wollte der Komponist dieses Festpielhaus nie mehr aus den Augen lassen. Er ließ sich in der Nähe eine sehr geräumige Villa errichten, die er "Haus Wahnsinn" nennen wollte. Leider jedoch dachte der Malergeselle, der diesen Namen auf das Türschild schreiben sollte, ständig an seine Freundin Frieda. Er hatte bereits traumverloren und glücklich lächelnd Wahnfried gepinselt, als Cosima seinen Irrtum erkannte und ihn hinauswarf, bevor er das noch fehlende a malen konnte.(...) Der Opernfreund, der Wagners Opern am besten in Bayreuth hört, muß wissen, was ihn dort erwartet. Er sollte sich aber keine falschen Hoffnungen auf Karten für das Festspielhaus machen. Sie sind schwieriger zu bekommen als eine Einladung zum Frühstück mit dem Präsidenten der USA. Bevor wir uns kühn und wie der Meister zu allem entschlossen diesem Opern-Quartett nähern: Richard Wagner hat dafür die "Edda" (=Altes Testament der Germanen) und jede Menge nordischer Sagen als Vorlage benutzt. Da deren Figuren heutzutage nicht mehr so bekannt sind, werden sie von den meisten ständig verwechselt, was das Vergnügen am "Ring" gefährdet. Da muß zuerst Klarheit geschaffen werden: Personen im Ring sind entweder Götter, Nibelungen, Riesen oder Menschen. Götter sind bei Wagner nicht mehr, was sie früher mal waren, sondern ziemlich heruntergekommen. Sie sind nicht allmächtig und müssen Verträge und Regeln beachten, was heute meist nicht mal mehr Menschen für erforderlich halten. Nibelungen sind geldgierige Proletarier, die für alle anderen die Schmutzarbeit erledigen sollen und keine Lust mehr dazu haben. Sie arbeiten bei Wagner gewöhnlich "unter Tage", d.h. im Bergbau. Menschen sind im "Ring" meistens Helden, weil viele von ihnen einen Gott zum Vater oder Großvater haben.(...) Seine unehelichen Töchter ergreifen den Beruf einer "Walküre", während jener weibliche Nachwuchs, den Urmutter Erda anderen Männern verdankt, es vorzieht, als "Norne" tätig zu werden. Riesen zeichnen sich durch besondere Kraft und Geldgier aus. Daneben gibt es noch Naturgeister und Musiker, die uns nicht zu interessieren brauchen, weil die Naturgeister sehr selten auf der Bühne herumgeistern und man die Musiker bei Wagner nur hört. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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